Projekttag „Stärkung der Demokratiefähigkeit“ für unsere BIK-Schüler

21.06.2018 - Schulberatungsstelle Mittelfranken unterstützt Werteerziehung in Flüchtlingsklassen
Um 9.19 Uhr erreichte die Deutsche Bundesbahn die Stadt Nürnberg. Die BIK-Klasse2a/c war vertreten mit 17 Schülerinnen und Schülern sowie mit Herrn Siegfried Holzmann und Frau Ella Wunder, die als Lehrkräfte die Klasse begleiteten. Frau Maria Mederer führte die Gruppe in die Eingangshalle der DB und wir trafen Frau Keller und Herrn Dingfelder, die beide ehrenamtlich ihre Zeit für dieses Projekt zur Verfügung stellten.

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Die Verkleinerung der Klasse erfolgte mit farbigen Namenszetteln, sodass die 17 Schüler in kleine Gruppen aufgeteilt werden konnten.

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Mit der Straßenbahn erreichten wir zügig das Dokumentationszentrum und durften kostenfrei und ausgestattet mit Audioguides die Dauerausstellung besuchen. Geplant waren zwei Stunden. Diese historische Betrachtung deutscher Geschichte erläuterte differenziert und mit tief bewegenden Bildern und Videos den Ablauf der Jahre 1933 - 1946.



Assoziationen zu selbst erlebten Ereignissen wurden nicht immer direkt formuliert. Fragen und Aussagen ließen diese Berührungspunkte jedoch deutlich hervortreten. lm Anschluss an den Besuch der Dauerausstellung erfolgte ein gemeinsames Gespräch der Schulklasse mit Herrn Seubold, Mitarbeiter im Dokumentationszentrum.

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Ausgelöste Gefühle beim Rundgang, der Umgang mit der Schuldfrage sowie die Einführung der Demokratie ergaben den Inhalt. Eine Besprechung der persönlichen Erfahrungen war dabei zwingende Notwendigkeit.

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Im Anschluss genossen die Schülerinnen und Schüler ihre angenehme Mittagspause im JOB-Center in der Sandstraße. Frau Gugel arbeitet dort mit ihrem Kollegenteam, jungen AZUBIS u.a. auch BIK-Schüler und bot uns ein sehr ansprechendes Mittagessen ohne Schweinefleisch an.
Gestärkt konnten wir jetzt in die Menschenrechtstraße einbiegen. Hier erwartete uns Frau Müller, Mitarbeiterin der Menschenrechtsbüros in Nürnberg, zu einem Vortrag über die Menschenrechtsstraße.Sie vermittelte uns, diese Straße sei 1993 vom Architekten und Künstler Dani Karavan errichtet worden. Feste Säulen wurden angebracht, alle in gleicher Höhe als Symbol für die Gleichheit der einzelnen Menschenrechte. Jede Säule trägt ein Menschenrecht in deutscher Sprache. Für jede Säule wurde eine weitere Sprache z.B. die Sprache Israels Hebräisch ausgewählt und eingemeißelt. 70 Jahre gelten inzwischen die allgemeinen Menschenrechte - leider nicht in den Heimatländern der BIK-Schüler Syrien, Iran, Irak, Äthiopien und Afghanistan.

Spontan fanden sich die jungen Flüchtlinge zu einer Menschenkette zusammen, um zu symbolisieren, dass die Menschenrechte unteilbar sind.
Am Germanischen Museum hängt neben der ersten Säule eine Übersicht über die ausgewählten und zugeordneten Sprachen.



Beim Durchlaufen der Straße vermittelte die Führung wichtige Kenntnisse von "kleinen" aber bedeutenden Elementen dieser Straße: So wurde eine Eiche eingepflanzt als Symbol für alle weiteren Sprachen, die nicht in den Säulen miterfasst werden konnten. Diese detaillierten Informationen vertiefte Frau Müller im Bürgermeisteramt am Fünferplatz in Nürnberg. Viele der Details, die für Deutschland Gültigkeit haben, überraschten die BIK-Schülern in ihrer Konsequenz.

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Auf dem Weg dorthin entdeckten wir zufällig an einer Sitzbank einen Aufdruck, der an Enver Simsek erinnert, der im Jahr 2000 von der NSU ermordet wurde. Ein trauriger Hinweis wie gefährlich der Rassismus auch heute sein kann.
Zusammenfassend erhielt eine sehr motivierte und interessierte Klasse aus der Staatlichen Berufsschule Neustadt/Aisch Kenntnisse und Aussagen zur Geschichte Deutschlands sowie zur Gestaltung und Notwendigkeit unserer Demokratie. Die Menschenrechte insbesondere das immer mehr umkämpfte Asylrecht in Deutschland bilden einen Schwerpunkt in der Nachbetrachtung im Unterricht.